Wasserqualität Schweiz

Was im Schweizer Leitungswasser gemessen wird

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine sehr feine Membran gepresst. Anders als ein Aktivkohlefilter, der Stoffe anlagert, hält die Membran sie rein mechanisch zurück. Deshalb wirkt sie auch bei kleinen, gut wasserlöslichen Molekülen, an denen Aktivkohle scheitert.

Das ist kein Nischenverfahren. Wasserwerke setzen Umkehrosmose gezielt dort ein, wo PFAS entfernt werden müssen — das DVGW-Technologiezentrum Wasser hat eine solche Anlage in Baden-Baden über Jahre begleitet. In der Fachliteratur gilt sie als eines der wenigen Verfahren, mit denen sich auch kurzkettige PFAS und TFA nennenswert zurückhalten lassen.

Die Geräte, die ich vertreibe, stammen von Swiss Water Systems und arbeiten nach diesem Prinzip. Nach Angaben des Herstellers bestehen sie aus Vorfilter und Molekularmembran, bei den grösseren Modellen zusätzlich aus einer UVC-Lampe und einem Modul zur pH-Neutralisation.

Und die Grenzen, damit Sie das ganze Bild haben:

Eine Membran unterscheidet nicht zwischen unerwünschten Stoffen und Mineralien. Kalzium und Magnesium werden mit zurückgehalten — deshalb gibt es die Nachbehandlung.

Umkehrosmose braucht Druck und erzeugt Abwasser. Ein Teil des Wassers geht als Konzentrat weg.

Die Membran altert. Ohne regelmässigen Filterwechsel sinkt die Wirkung, ohne dass man es dem Wasser ansieht.

Und schliesslich: Der Test, den ich bei Ihnen mache, misst die elektrische Leitfähigkeit. Er zeigt, wie viele gelöste Substanzen im Wasser sind — und ob eine Membran arbeitet. Er sagt nichts darüber aus, welcher Stoff genau vorliegt. Wer wissen will, ob sein Wasser ein bestimmtes Pestizid oder PFAS enthält, braucht eine Laboranalyse.

Stoffgruppe 1

Abbauprodukte von Pflanzenschutzmitteln

Das Fungizid Chlorothalonil wurde in der Schweizer Landwirtschaft seit den 1970er-Jahren breit eingesetzt. Ende 2019 stufte das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen den Wirkstoff neu ein; seit Januar 2020 ist er verboten. Zurück bleiben die Abbauprodukte im Grundwasser.

Die Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA weist vier dieser Abbauprodukte grossflächig nach. In mehr als der Hälfte aller Kantone liegen die Werte über 0,1 Mikrogramm pro Liter — dem vorsorglichen Höchstwert der Trinkwasserverordnung. Betroffen ist vor allem das landwirtschaftlich genutzte Mittelland. Rund 80 Prozent des Schweizer Trinkwassers stammt aus Grundwasser.

Bemerkenswert ist ein Hinweis des Kantonalen Laboratoriums Thurgau: Die beiden Abbauprodukte, bei denen Überschreitungen praktisch ausschliesslich auftreten, lassen sich weder mit Ozon oder Chlor noch mit einem Aktivkohlefilter ausreichend entfernen.

Höchstwert

0,1 µg/l

Vorsorglicher Höchstwert für relevante Abbauprodukte in der Trinkwasserverordnung TBDV.

Verbreitung

Über die Hälfte der Kantone

In mehr als der Hälfte aller Kantone treten Konzentrationen über dem Höchstwert auf, vor allem im Mittelland.

QuelleBAFU / NAQUA
Aufbereitung

Aktivkohle reicht nicht

Die kritischen Abbauprodukte werden durch Ozon, Chlor oder Aktivkohle nicht ausreichend beseitigt.

QuelleKant. Labor TG

Stoffgruppe 2

PFAS und TFA — die Ewigkeitschemikalien

PFAS sind industriell hergestellte Verbindungen, die in der Natur nicht vorkommen und kaum abgebaut werden. Sie stecken in Antihaftbeschichtungen, Verpackungen, Outdoor-Kleidung und Löschschaum. Das BAFU weist sie an knapp der Hälfte aller Grundwasser-Messstellen nach, im Siedlungsgebiet an über 90 Prozent.

Derzeit gelten in der Schweiz Höchstwerte für drei Einzelstoffe: 0,3 Mikrogramm pro Liter für PFOS und PFHxS, 0,5 für PFOA. Geplant ist eine deutliche Verschärfung nach EU-Vorbild — 0,1 Mikrogramm für die Summe von zwanzig PFAS und 0,02 für die Summe von vieren. Die Einführung wurde mehrfach verschoben und wird derzeit für 2027 erwartet.

Eine Untersuchung von 564 Schweizer Trinkwasserproben fand Trifluoracetat, kurz TFA, in 99 Prozent der Proben. Die europäische Chemikalienbehörde stuft TFA als sehr langlebig, sehr mobil und toxisch ein. Für Wasserwerke ist der Stoff besonders schwierig: Aktivkohle, Ozonung und Chlorung gelten bei TFA als praktisch unwirksam.

Heute gültig

0,3 / 0,5 µg/l

Höchstwerte für PFOS und PFHxS (je 0,3) sowie PFOA (0,5) nach TBDV.

Geplant

0,1 µg/l für 20 PFAS

Verschärfung nach EU-Vorbild, zusätzlich 0,02 µg/l für die Summe von vier Stoffen. Erwartet ab 2027.

Standmehrfach verschoben
TFA

In 99 % der Proben

Nachgewiesen in 560 von 564 untersuchten Trinkwasserproben. Ein gesetzlicher Höchstwert besteht bisher nicht.

QuelleAqua & Gas

Stoffgruppe 3

Medikamentenrückstände, Hormone, Mikroplastik

Was Menschen einnehmen, verlässt den Körper zu einem Teil unverändert und landet im Abwasser. Kläranlagen waren dafür nie gebaut. Der Bund rüstet deshalb seit Jahren einen Teil der Anlagen mit einer zusätzlichen Reinigungsstufe nach — ein Programm, das bis in die 2040er-Jahre läuft und selbst dann nicht alle Anlagen erfasst.

Bis dahin gelangen Rückstände von Schmerzmitteln, Antibiotika, Röntgenkontrastmitteln und hormonell wirksamen Stoffen über gereinigtes Abwasser in Flüsse und teilweise ins Grundwasser. Für die meisten dieser Stoffe gibt es im Trinkwasser keinen eigenen Höchstwert, weil die gemessenen Mengen sehr klein sind.

Dazu kommen Mikroplastik und Weichmacher aus Verpackungen und Leitungen sowie Schwermetalle wie Blei oder Kupfer, die nicht aus der Quelle stammen, sondern erst in alten Hausinstallationen ins Wasser übergehen. Der letzte Meter der Leitung liegt nicht mehr in der Verantwortung der Wasserversorgung, sondern beim Hauseigentümer.

Herkunft

Aus dem Abwasser

Kläranlagen wurden für Medikamentenrückstände nicht gebaut. Die Nachrüstung läuft bis in die 2040er-Jahre.

Regelung

Meist kein Höchstwert

Für die meisten Rückstände bestehen im Trinkwasser keine eigenen Höchstwerte, weil die Mengen sehr klein sind.

Hausleitung

Der letzte Meter

Blei und Kupfer stammen oft nicht aus der Quelle, sondern aus alten Installationen im eigenen Haus.

ZuständigEigentümer

Was hilft

Umkehrosmose — was das Verfahren leistet und was nicht

Bei der Umkehrosmose wird Wasser unter Druck durch eine sehr feine Membran gepresst. Anders als ein Aktivkohlefilter, der Stoffe anlagert, hält die Membran sie rein mechanisch zurück. Deshalb wirkt sie auch bei kleinen, gut wasserlöslichen Molekülen, an denen Aktivkohle scheitert.

Das ist kein Nischenverfahren. Wasserwerke setzen Umkehrosmose gezielt dort ein, wo PFAS entfernt werden müssen — das DVGW-Technologiezentrum Wasser hat eine solche Anlage in Baden-Baden über Jahre begleitet. In der Fachliteratur gilt sie als eines der wenigen Verfahren, mit denen sich auch kurzkettige PFAS und TFA nennenswert zurückhalten lassen.

Die Geräte, die ich vertreibe, arbeiten nach diesem Prinzip: Vorfilter, Molekularmembran, bei den grösseren Modellen zusätzlich eine UVC-Lampe und ein Modul zur pH-Neutralisation.

Und die Grenzen, damit Sie das ganze Bild haben:

Eine Membran unterscheidet nicht zwischen unerwünschten Stoffen und Mineralien. Kalzium und Magnesium werden mit zurückgehalten — deshalb gibt es die Nachbehandlung.

Umkehrosmose braucht Druck und erzeugt Abwasser. Ein Teil des Wassers geht als Konzentrat weg.

Die Membran altert. Ohne regelmässigen Filterwechsel sinkt die Wirkung, ohne dass man es dem Wasser ansieht.

Und schliesslich: Der Test, den ich bei Ihnen mache, misst die elektrische Leitfähigkeit. Er zeigt, wie viele gelöste Substanzen im Wasser sind — und ob eine Membran arbeitet. Er sagt nichts darüber aus, welcher Stoff genau vorliegt. Wer wissen will, ob sein Wasser ein bestimmtes Pestizid oder PFAS enthält, braucht eine Laboranalyse.

Quellen

BAFU — Chlorothalonil im Grundwasser, Nationale Grundwasserbeobachtung NAQUA
BAFU — PFAS im Grundwasser
BLV — Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen, Stand Mai 2026
Kantonales Laboratorium Thurgau — Chlorothalonil-Metaboliten
Aqua & Gas — Trinkwasserqualität bezüglich PFAS-Rückstände
TZW DVGW-Technologiezentrum Wasser — PFAS-Entfernung, Stadtwerke Baden-Baden

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